Die Akte Wikipedia – die Sabotagequelle

Ein Beitrag auf Kopp Online von Janne Jörg Kipp

Wikipedia ist die wohl beliebteste Informationsquelle weltweit geworden. Die so genannte freie Enzyklopädie verdrängte sogar das 244 Jahre alte Standardwerk Encyclopædia Britannica, und das innerhalb von nur zehn Jahren. Aufklärungsjournalist Michael Brückner deckt in seinem neuen Buch nun auf, wie skrupellose Propagandisten Wikipedia zur systematischen Fehlinformation nutzen – und wie gefährlich diese Quelle inzwischen geworden ist.

Wikipedia

Michael Brückner blickt auf eine reiche Erfahrung als Autor, Wirtschaftsjournalist und Kommunikationsberater zurück. Aus mehreren Dutzend Büchern zu Finanz-, Europa- und Marketingthemen ragen Warnungen wie Vorsicht Währungsreform! und Mahnungen wie die weitverbreitete Politische Korrektheit sicher heraus. Nun widmete sich der vielzitierte Autor der Informationsquelle des Journalismus schlechthin, Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Sein Werk Die Akte Wikipedia – Falsche Informationen und Propaganda in der Online-Enzyklopädie legt kurz und bündig auf 128 Seiten dar, wie Wikipedia inzwischen von Meinungsmachern ausgenutzt wird und welchen Gefahren wir uns alle mit diesem Nachschlagewerk aussetzen.

 Das Buch ist derart kurzweilig und einprägsam geschrieben, dass ich es in wenigen Stunden ohne Unterbrechung lesen »musste«.

Daher darf ich es Ihnen heute vorstellen. Wikipedia umfasst heute, so erfahren wir, 27 Millionen Artikel in gut 280 Sprachen. In Deutschland nutzen mehr als 70 Prozent aller Männer und Frauen das Medium zumindest zur gelegentlichen Informationsaufnahme. Sogar Richter verweisen nach den Recherchen Brückners auf Wikipedia-Artikel. Erstaunlich, denn eine »freie Enzyklopädie« ist eben frei und an sich nicht kontrollierbar.

So gibt es auf diesem Markt offenbar spezialisierte Agenturen, die Wikipedia-Inhalte gestalten. Und zwar so geschickt, dass Nutzer dies nicht merken. Autoren sind, teilt Brückner mit, oft Studenten, Lehrer sowie (Früh-)Rentner, also Personen, die viel Zeit mitbringen.

Die Vermischung unterschiedlicher Interessen und die Konzentration der Autorenschaft auf bestimmte Bevölkerungsgruppen wiederum lässt aus Wikipedia eine Sabotagequelle werden – und zwar ausdrücklich ohne Wikipedia unter Generalverdacht zu stellen, wie Michael Brückner betont.

 So arbeiten die Agenturen

Diesen Hinweis unterfüttert Brückner mit markanten Beispielen und nennt einen Vorgang, den zunächst die britische Tageszeitung The Independent aufdeckte und für einen Riesenskandal sorgte. Lassen Sie sich überraschen.

Damit konterkarieren die Agenturen den angeblichen Vorteil von Wikipedia, die so genannte »Schwarmintelligenz«, das Wissen vieler, das die Qualität heben soll. Doch selbst das Wissen der Masse, erfahren wir von Michael Brückner, verringert nicht die kollektiven Fehler. Wenn die Herde in die falsche Richtung läuft, spielt die Zahl der Rindviecher keine Rolle mehr, könnte man übersetzen. Und so entstehen bereits in den ersten Lektüreminuten Fragen zur einfachen Nutzung von Wikipedia. Untersuchungen zeigen zudem, dass »bei rund 40 Prozent der Artikel (…) Hinweise auf tendenziöse Darstellungen festzustellen gewesen seien… in den meisten Fällen nach links«, zitiert der Autor verstärkend.

Das Kernproblem sind jedoch nicht die Falschdarstellungen, die offensichtlich gezielt auftauchen, sondern Journalisten, die einfach »abschreiben«. Journalisten verbreiten aufgabenbedingt die falschen Informationen rund um die Welt – und sind auf diese Weise Helfershelfer derjenigen, die Wikipedia als Sabotagequelle und Propagandainstrument missbrauchen wollen.

 Wikipedia, schließt Brückner aus seinen Untersuchungen und Belegen, »nimmt massiv Einfluss auf die veröffentlichte Meinung«, unterstellt dies auch der Wissenschaft und fragt schließlich: »Kann es wirklich sein, dass eines nicht mehr allzu fernen Tages diejenigen, die Wikipedia kontrollieren, auch unser Weltwissen zu steuern und nach Belieben zu manipulieren vermögen?«

Quelle u. weiterlesen: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellu…

 

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Eine Antwort zu “Die Akte Wikipedia – die Sabotagequelle

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